Für eine überdachte, windgeschützte Terrasse rechnen Sie mit 300 W pro Quadratmeter beheizter Sitzfläche, für eine offene, windanfällige Fläche mit 400 W/m² – gerechnet auf den Bereich, in dem Sie tatsächlich sitzen, nicht auf die gesamte Terrasse. Für einen typischen Sitzplatz mit 2–3 Personen reicht damit meist ein einzelner Strahler mit 1.500–2.400 W. Danach bleiben zwei Entscheidungen: die richtige Montage – optimal sind ca. 2,3 m an der Wand oder 2,5 m an der Decke – und eine Schutzart, die zu Ihrem Standort passt. Dieser Ratgeber führt Sie in vier Schritten durch die komplette Planung.
Schritt 1: Leistung planen – wie viel Watt braucht Ihre Terrasse?
Die häufigste Fehlplanung betrifft die Fläche: Bemessen wird nicht die gesamte Terrasse, sondern nur die Aufenthaltszone – also der Sitzbereich, der wirklich warm werden soll. Ein Strahler muss keine 30-m²-Terrasse heizen, wenn Esstisch und Sitzgruppe nur 8 m² einnehmen.
Die Richtwerte nach Offenheit des Standorts (Quelle: HEATSCOPE Planungsleitfaden):
- •200 W/m² – rundum geschlossen, kein Wind (z. B. verglaster Wintergarten)
- •300 W/m² – überdacht und windgeschützt, 2–3 Seiten geschützt
- •400 W/m² – offen oder windanfällig (freie Terrasse, Dachterrasse, Biergarten)
Ein Rechenbeispiel: Ihre Sitzgruppe unter dem Terrassendach misst rund 7 m². Bei 300 W/m² ergibt das 2.100 W – ein Strahler der 2.200-W-Klasse wie der HEATSCOPE Vision, mittig über dem Tisch montiert, passt genau. Dieselbe Sitzgruppe auf einer offenen Dachterrasse braucht 400 W/m², also 2.800 W – dort nehmen Sie die nächsthöhere Ausführung, zum Beispiel den frei bewitterbaren HEATSCOPE Pure mit 3.000 W (IP65).
Zwei Faktoren verlangen Reserven: Montagehöhe und Wind. Jede Abweichung über die optimale Montagehöhe hinaus und jede Windexposition reduziert die Leistung, die unten tatsächlich ankommt. Legen Sie in diesen Fällen großzügiger aus – die nächsthöhere W/m²-Stufe oder ein zusätzliches Gerät. Mehrere Strahler ordnen Sie idealerweise an gegenüberliegenden Seiten an; das vermeidet Wärmeschatten hinter Personen und Möbeln.
Und eine ehrliche Grenze: Bei Minusgraden auf einer offenen Fläche macht auch der stärkste Strahler aus Ihrer Terrasse kein Wohnzimmer. Infrarotwärme verlängert die Terrassensaison spürbar in Frühjahr und Herbst – die Physik des offenen Himmels hebelt sie nicht aus.
Schritt 2: Gas oder Elektro – welches System passt zu Ihnen?
Für feste Sitzplätze auf Terrasse und Balkon empfehlen wir in fast allen Beratungen elektrische Infrarotstrahler. Der Grund ist kein Vorurteil gegen Gas, sondern die Arbeitsweise der beiden Systeme.
Ein Gas-Heizpilz erwärmt vor allem die Luft um das Gerät. Warme Luft steigt auf – und Wind trägt sie davon, bevor sie bei Ihnen ankommt. Infrarotstrahler erwärmen nicht die Luft, sondern Körper und Flächen, ähnlich wie die Sonne. Deshalb spüren Sie die Wärme unmittelbar nach dem Einschalten, und sie bleibt auch bei Brise wirksam.
Dazu kommen die praktischen Unterschiede: Ein Elektrostrahler wird einmal fest montiert und ist dann per Schalter oder Fernbedienung sofort betriebsbereit – kein Flaschenwechsel, keine Gaslagerung, keine offene Flamme. In manchen Kommunen ist der Betrieb gasbetriebener Heizpilze zudem eingeschränkt. Wo Gas weiterhin punktet: auf Flächen ganz ohne Stromanschluss, etwa bei mobilen Veranstaltungen.
Schritt 3: Montage – Wand, Decke oder Standgerät?
Optimal sind ca. 2,3 m Montagehöhe an der Wand beziehungsweise 2,5 m an der Decke; bewährt hat sich in der Praxis der Bereich zwischen 2,1 und 2,7 m. Aus dieser Höhe deckt der Abstrahlwinkel von ca. 30–60° einen Sitzbereich gleichmäßig ab.
Wandmontage
Die häufigste Lösung: Der Strahler sitzt oberhalb der Sitzgruppe an der Hauswand, leicht geneigt auf den Aufenthaltsbereich gerichtet. Bei Montage im Freien schützt ein Wetterschutzblech das Gerät zusätzlich von oben.
Deckenmontage
Unter Terrassendach oder Pergola strahlt das Gerät senkrecht auf den Tisch – die gleichmäßigste Wärmeverteilung. Liegt die Decke höher als 2,5 m, bringen Abhängungen den Strahler auf Wirkhöhe, etwa die Verlängerungen für Spot und Vision.
Standgerät
Für Mietbalkone und alle, die nicht bohren wollen: Standgeräte wie der Solamagic Z1 (1.400 W) für den kleinen Sitzplatz oder der Heller Stativ-Heizstrahler TRS-2000 (2.000 W, IP65) stehen frei und ziehen bei Bedarf mit um.
Alle Sicherheitsabstände, das benötigte Werkzeug und die Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Montage-Leitfaden für Infrarotstrahler.
Schritt 4: Schutzart – welche IP-Klasse braucht Ihr Strahler?
Entscheidend ist die zweite Ziffer der IP-Kennzahl – sie beschreibt den Schutz gegen Wasser (die erste steht für Fremdkörper). Geräte mit IP24 oder IP44 vertragen Spritzwasser von der Seite, brauchen in offener Lage aber immer einen Wetterschutz von oben. Erst ab IP25 bzw. IP65 darf ein Strahler dauerhaft direkter Witterung – also auch Regen von oben – ausgesetzt sein. Unter festem Dach genügt daher in der Regel IP44, frei bewitterte Plätze verlangen IP65.
Konkret in unserem Sortiment: Der HEATSCOPE Vision (IP44) ist für die überdachte Terrasse konzipiert, die Tansun-Strahler Sorrento IP und Rio Grande IP (beide IP55) vertragen mehr Wetter, und der HEATSCOPE Pure (IP65) ist für die dauerhaft frei bewitterte Montage gebaut. Prüfen Sie die Schutzart immer gegen den konkreten Montageort, nicht gegen die Terrasse im Allgemeinen: Ein Platz unter geschlossenem Dach ist ein anderer Standort als die offene Brüstung daneben.
Die Modellwahl: Welcher Strahler für welche Terrasse?
Wenn Kundinnen und Kunden uns nach einer Empfehlung für den festen Sitzplatz fragen, landen wir in den meisten Beratungen bei HEATSCOPE – aus fachlichen Gründen: Das Leistungsspektrum von 1.600 bis 3.200 W deckt alle drei Auslegungsstufen ab, die Schutzarten reichen bis IP65, und das Zubehörsystem – von Verlängerungen über das Lift-Hubsystem bis zur Smartbox-Steuerung – wächst mit Pergola, Wintergarten oder Einbaulösung mit.
Ehrlich bleibt: HEATSCOPE ist eine Premium-Entscheidung. Wer schlicht robuste Wärme mit hoher Schutzart sucht, fährt mit dem Tansun Sorrento IP (1.500–2.000 W, IP55) ebenfalls gut – ohne das Design und das Zubehörsystem der HEATSCOPE-Familie.
Zur schnellen Orientierung:
- •Überdachter Sitzplatz (6–8 m²): HEATSCOPE Vision mit 2.200 W – Auslegung nach 300 W/m²
- •Offene oder windanfällige Fläche: HEATSCOPE Pure oder Pure+ mit 3.000 W (IP65), alternativ Vision mit 3.200 W – Auslegung nach 400 W/m²
- •Mietbalkon ohne Bohrung: Solamagic Z1 Standgerät mit 1.400 W
- •Gastronomie-Terrasse: mehrere Geräte an gegenüberliegenden Seiten – Details auf der Seite Gastronomie & Gewerbe
Betriebskosten: Was kostet ein Abend unter dem Strahler?
Die Rechnung ist einfach: Leistung in Kilowatt × Betriebsstunden × Ihr Strompreis pro Kilowattstunde. Ein 2.200-W-Strahler verbraucht in drei Stunden 6,6 kWh – bei 0,30 €/kWh als Richtwert (diese Preisbasis setzt auch die HEATSCOPE-Vergleichsmessung an) kostet der lange Terrassenabend damit knapp 2 €. Maßgeblich ist der Arbeitspreis aus Ihrem eigenen Stromvertrag.
Zwei Eigenschaften halten die Kosten im Rahmen: Infrarotstrahler brauchen kein Vorheizen – Sie schalten ein, wenn Sie sich setzen, und aus, wenn Sie gehen. Und weil die Strahlung Körper statt Luft erwärmt, verpufft nichts an den Abendhimmel. Mit einem Dimmer oder einer Funksteuerung senken Sie die Leistung, sobald die erste Grundwärme steht – passendes Zubehör finden Sie in der Kategorie Zubehör.
Alle Geräte für Draußen finden Sie gebündelt im Einsatzbereich Terrasse & Balkon. Wenn Sie lieber geführt auswählen: Der Wärme-Finder bringt Sie mit drei Fragen zum passenden Gerät – und wenn Ihre Terrasse ein Sonderfall ist, beraten wir Sie persönlich.







